St. Martini-Kirche Stadthagen

Von den Kirchen, die es im Mittelalter in Stadthagen gab, war die St. Martini-Kirche die eigentliche Pfarrkirche und somit der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. 1230 wird in der Geschichte eine Kirche erwähnt, die, da zu klein, 1318 zugunsten einer größeren Kirche weichen musste. Noch heute sind von diesem Gebäude der über 42 m hohe Turm und in teilen die Ummauerung vorhanden. Die dreischiffige gotische Hallenkirche mit den drei Anbauten entstammt verschiedenen Bauperioden des Mittelalters. Direkt hinter dem Chor der St. Martini-Kirche, erhebt sich über einem siebeneckigen Grundriss ein massives Bauwerk. Dieses ist mit der Kirche durch einen kurzen Gang verbunden, welcher auch den einzigen Zugang zu dem „Mausoleum“ bietet. Die schaumburg - lippischen Landesherren bestatteten hier von 1625 bis zur Vollendung des neuen Mausoleums in Bückeburg im Jahre 1918 ihre Angehörigen. Die eigentlichen Pläne für das Mausoleum in Stadthagen lieferte der kursächsische Hofbaumeister Giovanni Maria Nosseni. Am Prager Kaiserhof konnte der Bauherr diesen zusammen mit dem in ganz Europa bekannten Bildhauer Adrian de Vries für sein Mausoleum verpflichten. De Vries schuf sein Werk zwischen 1618 und 1624 in seiner Werkstatt in Prag, diese gelangten per Schiff über Moldau und Elbe zum Aufstellungsort.