Parks & Gärten

Das ganze Ländchen gleicht einem prachtvollen Garten

Stadthagen - Bad Nenndorf - Hohnhorst - Hagenburg - Stadthagen

Im Schaumburger Land gibt es eine große Auswahl unterschiedlicher Gartenanlagen. Diese begeistern nicht nur Menschen mit dem „grünen Daumen". Vom romantischen Stadtgarten über den lieblichen Bauerngarten bis hin zum formellen Schlosspark oder perfekt angelegten Landschaftsgarten - all das kann auch das Schaumburger Land bieten. Zudem ist eine große Pflanzenvielfalt zu bewundern. Das Schaumburger Land wird dem gestiegenen Interesse für dieses vielfältige Thema mit einer Fahrradroute gerecht. Wir wünschen Ihnen viel Freude und viele interessante Entdeckungen und Anregungen.

Tourendaten:

Strecke: Stadthagen - Bad Nenndorf - Hohnhorst - Hagenburg - Stadthagen
Länge: Rundtour über 65 km
Tipp: Bei der Vielzahl der Besichtigungspunkte sind zwei Halbtagestouren (Start an den Bahnhöfen Stadthagen oder Haste) empfehlenswert. Stadthagen - Haste ca. 29 km / Haste - Stadthagen ca. 26 km
kalkulierte Fahrzeit: Halbtagestour ca. 2-3 Stunden, mit Besichtigungen und Einkehr ca. 5-6 Stunde
Beschaffenheit: überwiegend Wald- bzw. Kanalwege sowie Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr
Ausschilderung: ja, in eine Richtung

»Das ganze Ländchen gleicht einem prachtvollen Garten,« schrieb der hannoversche Architekt ConradWilhelm Hase im 19. Jh. nach einer Reise durch dasSchaumburger Land. Machen auch Sie sich auf dieSuche nach den Gartenschätzen in Schlossparks,Bauern- und Hausgärten. In Schaumburg gibt esviele Gartenenthusiasten, die ihre Liebe zu Pflanzen und Gärten gern mit anderen Menschen teilen.Entdecken Sie weitläufige Landschaftsgärten, von Buchsbaum gerahmte Staudenrabatten und herrlicheRosen. Auf dieser Fahrradtour lassen sich diese Schätze heben. Wir wünschen Ihnen ein erlebnisreiches Gartenvergnügen!

Routenverlauf: Schlossgarten Stadthagen, Schaugarten Stadthagen, Gutspark Remeringhausen, Kurpark Bad Nenndorf, Garten Reese in Hohnhorst. Findlingsgarten und Moorgarten in Hagenburg, Schlossgarten Hagenburg, Garten Schröder in Auhagen, Garten Mensching in Ottensen.

Vom Bahnhof in Stadthagen geht es links in die Innenstadt. Auf dem »Stadtwall«, – sehr reizvoll zur Kirschblüte –, umfahren wir die historische Altstadt bis zur »Amtspforte« (städtisches Museum). Das dahinterliegende Schloss wurde 1534 bis 1538 vom Baumeister Jörg Unkair im Stil der Weserrenaissance neu gestaltet und diente bis 1608 den Grafen zu Holstein-Schaumburg als Residenz und Regierungssitz. Als typischer Renaissancebau weist es keinen direkten Bezug zum Garten auf, der auf der anderen Straßenseite außerhalb des Stadtwalls liegt. Gräfin Johanne Sophie zu Schaumburg-Lippe (1673–1743) ließ nach dem Tod ihres Gemahls Graf Friedrich Christian (1681–1728) und ihrer Rückkehr aus London, – sie war vor ihrem gewalttätigen Mann an den hannoverschen Hof geflohen –, den Garten im barocken Stil umgestalten. Das kleine Lusthaus am Teich, erbaut im 17. Jh., behielt sie bei. Sonnenuhr und Wasserbecken mit Springbrunnen sind in der Hauptachse noch heute vorhanden, ebenso einige der Kastanien aus den seitlich verlaufenden Alleen. Gleich hinter dem Kindergarten »Jägerhof« liegt der Schaugarten des Stadthäger Gartenbauvereins, in dem auf einer Fläche von 2200 m 2 Obstgehölze, Beeren, Blumen und Gemüse nach biologischen Grundsätzen angebaut werden. Das Kreiskrankenhaus bezieht von hier Kräuter für die Küche. Unter den Apfelbäumen findet sich noch manche alte Sorte, wie z. B. »Grüner Boskop« und »Weißer Winterglockenapfel«. Stadthagen verlassen wir über die »Landsbergstraße«.

Durch das Feld geht es »An der Bornau« über Blyinghausen (ein Landcafé lädt zu Moortorte ein!) und Reinsen nach Heuerßen. Vor der Ortseinfahrt liegt links das Rittergut Remeringhausen. Bitte beachten Sie die Privatsphäre der Bewohner. Der Gutspark Remeringhausen ist ein herausragendes Beispiel für die gartenkünstlerische Ausschmückung eines adeligen Landguts um 1800. Der hessische Hofgärtner George Wilhelm Homburg (1763–1821), der auch den Kurpark von Bad Nenndorf schuf, überformte ab 1805 für Georg und Charlotte von Münchhausen den bis dahin formalen Lustgarten landschaftlich. Geschwungene Wege führen zum »Charlottenberg«. Von hier geht der Blick über das »Bassing« zum Gutshof mit dem »Schlösschen« von 1599 und dem Herrenhaus von 1701. An der Graft befand sich einst in Nähe einer alten Linde der »Georgensitz«. In Heuerßen ist die alte Dorfkirche sehenswert.

Wir radeln weiter nach Kobbensen, wo wir »Im Krümmel« nach Beckedorf abbiegen. Dort geht es durch die beschauliche »Kirchstraße« (die »Galerie Blau« lädt zu einem Besuch!) hinaus ins Feld. Bevor um 1800 die »Chaussee« (B 65 ) gebaut wurde, verlief auf dieser Strecke eine alte Heerstraße, die von Minden über Stadthagen nach Hannover führte. Wir folgen dem historischen Straßenverlauf nach Horsten und überqueren die »Rodenberger Aue«, auch »Kaspaue« genannt. Mitten im Ort lädt der »Schaumburger Hof« zur Stärkung ein.

Über das »Ostende« fahren wir nach Bad Nenndorf. Schon von Weitem ist der Turm der Ev. St. Godehardi-Kirche zu sehen. Als Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (1743–1821), – seit 1803 Kurfürst Wilhelm I. –, 1787 den »Schwefelbrunnen Nendorf« gründete, lagen die Schwefelquellen »Auf dem Teufelsdreck« am Ortsrand von »Großen Endorf«. Die Ländereien wurden auf- gekauft und 1789 mit dem Bau des Bades und der Parkanlage begonnen. Ab 1790 setzte der hessische Hofgärtner Homburg nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in England die gartenkünstlerischen Arbeiten fort. Am Galenberg gestaltete er einen englischen Landschaftspark, mit einem heute über zweihundertjährigen Baumbestand. Vom Galenberg ergeben sich weitreichende Aussichten zum Steinhuder Meer und Deister. Hervorzuheben ist der »Wilhelmshain«, der Lieblingsort des Landgrafen, mit einer berauschenden Aussicht nach Süden. Carl Thon (1867–1955), »königlicher Brunnengärtner«, erweiterte den Park nach 1900 auf eine Größe von ca. 35 ha. Mit dem »Erlengrund« schuf er eine grüne Verbindung zum Deister. In Nähe des »Wilhelmshains« pflanzte Thon um 1920 den wohl größten Süntelbuchenbestand in Deutschland und südlich der »Esplanade« gestaltete er den mediterran anmutenden "Sonnengarten".

Bad Nenndorf verlassen wir in Richtung Horsten, biegen jedoch am Ortsrand nach rechts in einen Feldweg ein und fahren nach Hohnhorst. Gleich zu Beginn des Ortes liegt rechts der Hof Reese. Bitte beachten Sie die Privatsphäre der Bewohner. 1961 siedelten die Eltern von Frau Reese aus Ohndorf hierher aus. Als modernen »Bauernhofgarten« bezeichnen die Bewohner die Kombination der verschiedenen Gartenräume: In Hausnähe liegt der reichblühende Staudengarten mit geschnittenen Buchsbaumhecken, im Hintergrund wird ein markanter Ahorn mit Rambler-Rose zum Blickpunkt. Im Gemüsegarten wird ein Teil der Haushaltsversorgung selbst gezogen. Von der neuangelegten Obstwiese bietet sich ein weiter Ausblick in das Deistervorland. Weiter ortseinwärts liegt das »Hofcafé Bruns Nr. 2 «.

Von Hohnhorst geht es über die Straße »Zum Walde« zum Ortsteil Scheller. Über den kleinen Waldweg erreichen wir den Bahnhof in Haste. Vom Bahnhof in Haste fahren wir rechts über den Bahnübergang in den Haster Wald. Auf der Forstbrücke überqueren wir den Mittellandkanal und erreichen Idensen (– die »Kaffeestube Idensen« ist berühmt für ihre Wüstentorte! –). In der Ortsmitte liegt ein Bauerngarten, von der Straße einsehbar. Am Ortsausgang nach Mesmerode führt ein Weg zur »Sigwardskirche«, die als Eigenkirche und vermutlich Grablege des Bischofs Sigward von Minden in den Jahren 1120 bis 1129 erbaut wurde. Den Kirchenschlüssel kann man für eine Besichtigung im Pfarrhaus abholen. Besonders sehenswert: Die Wandmalereien aus dem 12 . Jh.! Wir radeln weiter nach Mesmerode. Durch das Feld erreichen wir Hagenburg. Auf weitgereiste Steine stößt man im Findlingsgarten. Vor über 200.000 Jahren, im Zuge der Saale-Eiszeit, fanden die meisten Gesteinsblöcke im Geschiebe des kilometerdicken Gletscher- bzw. Inlandeises ihren Weg von Skandinavien bis ins Schaumburger Land. Als Zeugnisse dieser letzten massiven Landschafts- ausformung sind sie geologische Naturdenkmale. Über einen Radweg gelangen wir zum Moorgarten. »O schaurig ist's übers Moor zu gehn, Wenn es wimmelt vom Heiderauche...«. Diese Zeilen von Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) könnten auch im Hagenburger Moor spielen. Um diesen Landschaftstyp vor zu starker Beeinträchtigung zu schützen, wurde ein 350 m langer Lehrpfad angelegt. Vegetation und Bedeutung von Feuchtwiese, Erlenbruch, Nieder- und Hochmoor werden

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