Wandern in Wölpinghausen

Die Gemeinde Wölpinghausen hat ca. 1.600 Einwohner und eine Fläche von 18,33 Quadratkilometern. Sie besteht aus den Ortsteilen Bergkirchen, Wiedenbrügge - Schmalenbruch und Wölpinghausen. Das noch weitgehend landwirtschaftlich strukturierte Gemeindegebiet zieht sich am Hang der Rehburger Berge entlang und bietet mit seinen einmaligen Ausblicken auf das Steinhuder Meer und das gesamte Schaumburger Land bis hin zur Porta Westfalica hervorragende Radfahr- und Wandermöglichkeiten.

Das Gebiet auf und um den östlichen Ausläufer der Rehburger Berge im damaligen Dülwald wurde im 6. Jahrhundert mit kleinen Siedlungen durchsetzt. Der Höhenrücken der Rehburger Berge diente als Verbindungsweg zwischen den moorigen Niederungen des Waldes.

Als älteste dörfliche Siedlung der Gemeinde Wölpinghausen wird Bergkirchen angesehen. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Berkerken“ 1174 in einer Urkunde des Bischofs von Minden. Die Ursprünge dürften jedoch – als wohl älteste Ansiedlung auf den Rehburger Bergen – zwischen 800 und 1200 n. Chr. liegen. Die Entwicklung wurde maßgeblich durch die Kirche geprägt. An der Stelle des heutigen Kirchengebäudes, an der zuerst eine Kapelle errichtet wurde, befand sich ursprüngliche eine germanische Kultstätte. Teile der heutigen Kirche stammen aus dem 12. Jahrhundert. Zwischen 1300 und 1500 entwickelte sich Bergkirchen unter der Schirmherrschaft der Sachsenhäger Vögte zu einer geschlossenen Dorfanlage beidseitig des Kammwegs als Angerdorf.

Der Ortsteil Wölpinghausen wird erstmalig 1246 als „Welpingehusen“ erwähnt und wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Hagenhufendorf angelegt. Wiedenbrügge liegt im Bereich des „Dülwaldes“, der als Grenzwald zwischen mehreren Gauen bis ins 13. Jahrhundert erhalten war. Funde aus der jüngeren Steinzeit deuten daraufhin, dass das Gebiet um Wiedenbrügge bereits recht früh besiedelt wurde. Als dauerhafte Siedlung entstand Wiedenbrügge jedoch erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert entstand nach weiteren Rodungen die Siedlung Schmalenbruch. Die kleine Straßensiedlung Windhorn entwickelte sich aus einem Einzelhof im Osten von Schmalenbruch in der Niederung unterhalb von Bergkirchen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Orte größtenteils verwüstet.

Nach der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1647 kamen Wölpinghausen, Wiedenbrügge und Bergkirchen zum Amt Hagenburg in der Grafschaft Schaumburg Lippe. Nach 1800 wurden in Wölpinghausen weitere Siedlungen des Ortes angelegt. Die Streusiedlungen„Berghol“, „Spießingshol“ und „Hinter dem Berge“. Die Bahnstrecke der Steinhuder Meer- Bahn (1898 bis 1964) durch Wiedenbrügge und Schmalenbruch brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung und brachte zunehmend mehr Fremdenverkehr aus Hannover und Umland in die kleinen Orte. Die Bahnhöfe in Wiedenbrüggeund Schmalenbruch dienten als Ausgangspunkte für Rundwanderungen durch die Rehburger Berge. Nachdem die Steinhuder Meer – Bahn 1964 eingestellt wurde, ging das zu Lasten des Fremdenverkehrs und der bestehenden Gewerbebetriebe. Erst seit etwa dem Jahre 2000 hat der Fremdenverkehr in Wölpinghausen wieder deutlich an Bedeutung zugenommen.

Wandern in Wölpinghausen