Renaissance - eine prägende Epoche

Der aufwändige Baustil der Weserrenaissance ist im Schaumburger Land im 16. und 17. Jahrhundert zur vollen Blüte gelangt. Die Weserregion erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung, der in Schaumburg eine rege Bautätigkeit entfachte. Der Stil der italienischen Renaissance, damals europaweit prägend für den architektonischen Geschmack, wurde "norddeutsch" interpretiert.

In dem hochwertigen Obernkirchener Sandstein fanden die Baumeister ein hervorragend geeignetes Material, um ihre Vorstellungen zeitgemäßen Bauens nach Italiens Vorbildern zu verwirklichen. Häufig verschmolzen die Baumeister den innovativen Stil des Südens mit überkommenen Formen der Heimat. Die Renaissance an der Weser ist an gemeinsamen, wiederkehrenden Merkmalen gut erkennbar:

Man errichtete prachtvolle Giebelausbauten als "Zwerchhäuser" an den Fassaden und versah die Häuser mit so genannten "Utluchten" als Standerker. Typisch sind auch die schrägen Fenster in den Treppentürmen, die der aufstrebenden Flucht des Treppenaufganges folgen. Gebäudeecken betonte man mit geometrisch verzierten, großen Zierquadern, den "Kerbschnitt-Bossensteinen".

Als wichtigste erhaltene Bauten der Weserrenaissance in Schaumburg gelten das Stadthäger Schloss, 1534-38 als einer der ersten Schlossbauten im Weserland als vierflügelige Anlage errichtet, und die Bückeburger Stadtkirche mit ihrem prachtvollen Taufbecken als gelungene Synthese aus gotischen, renaissancehaften und frühbarocken Elementen. Daneben wurden aber auch Profanbauten wie das Stadthäger Rathauser und private Adels- und Bürgerhäuser im Stil der Renaissance erbaut.

Nachdem der Renaissance-Stil ab dem 16. Jahrhundert bereits große Verbreitung gefunden hatte, ist seine letzte große Blütezeit in der Region Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg zu verdanken. Der unter ihm ausgebaute Nordflügel des Bückeburger Schlosses, die Kapelle und der "Goldene Saal" samt prunkvollem Portal zeugen heute beispielhaft von seinem kunstsinnigen Ehrgeiz.

Das ebenfalls von Fürst Ernst errichtete Mausoleum am Chor der St. Martini-Kirche ist ein Kunstwerk von internationaler Bedeutung. Der sächsische Hofarchitekt Giovanni Maria Nosseni liefert den Entwurf zu dem überkuppelten Zentralbau auf einem siebeneckigen Grundriss. In der Mitte des lichtdurchfluteten Raumes steht das Grabmonument, auf dem sich der auferstandene Christus über die schlafenden Wächter erhebt.

Das Grabmonument wurde von dem damals berühmtesten Bildhauer gestaltet: Adrieen de Vries. Stadthagen ist der einzige Ort, an dem Werke von de Vries noch in Ihrem originalen Zusammenhang erfahrbar sind.

Das Mausoleum des Fürsten Ernst von Holstein Schaumburg in Stadthagen

Mausoleum Stadthagen
Video: Filmschmiede Schaumburg
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