Trachten Schaumburger Land

Traditionen im Schaumburger Land

Trachten im Schaumburger Land - Auf den Spuren der Vergangenheit

Land der Rotröcke: Im Schaumburger Land spielen die Trachten eine große Rolle. Zwischen den Weltkriegen wurde die traditionelle Bekleidung unmodern. Immer weniger Frauen trugen Alltags und Feiertags die Trachten. Heute sind auch die letzten Rotrocksmeumen verstorben. Ihre üppigen Trachten aber sind noch da. In Heimatvereinen oder Trachtengruppen werden diese Schätze gepflegt. Im Museum Bückeburg findet Ihr jede Menge über die schweren Röcke, Mützen und bestickten Tücher.  Außerdem lebt im Schaumburger Land mit den Trachten eine starke Gemeinschaft. Im Sommer, wenn die Ernte voll im Gang ist, gibt es auf den Dörfern die Gelegenheit, die Trachten in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt zu sehen. Von Ende Juli bis Mitte Oktober feiern die Menschen im Schaumburger Land Erntefest. Zwischen ein und drei Tagen dauert die Sause. Immer wird dabei getanzt, oft in Tracht. Obernkirchener, Klaterlüttchen, Freischütz: Achttourige heißen die traditionellen Tänze, bei denen die roten Röcke besonders schön fliegen.

 Informationen: Schaumburger Landschaft, Schloßplatz 5, 31675 Bückeburg.

 

 

Traditionspflege

Dass man die Tracht im Schaumburger Land auch weiterhin sehen und erleben kann, dafür sorgen die verschiedenen örtlichen Trachtengruppen. Sie schneidern die alten Trachtenstücke nach und treten damit bei vielen Gelegenheiten auf, besonders auf Erntefesten oder Trachtenschauen. Beim Publikum sehr beliebt sind die Trachtentänze mit ihren Dreh- und Hebefiguren, die auch schon von den Kindergruppen eindrucksvoll dargeboten werden. Dabei erkennt man, dass Volkstanz nicht nur ein trainiertes akrobatisches Tanzen ist, sondern Lebensfreude pur!  Trachten und Volkstanz sind mehr als Nostalgie, Folklore und Show. Sie bieten Wissen um die eigene Kultur und Heimat. Die hierbei erworbenen Kenntnisse von Sozialgeschichte und Brauchtum – zu dem auch die niederdeutsche Sprache gehört – machen es gerade für junge Menschen leichter, sich in den fremden Kulturen einer globalisierten Welt zu orientieren und zurecht zu finden. Die Schaumburger Tracht ist damit ein wichtiger Teil ihrer Schaumburger Identität. Für die Besucher des Schaumburger Landes – nicht nur für Kulturtouristen – hat die Schaumburger Tracht einen großen Reiz. Nicht nur die Fülle und Prächtigkeit beeindruckt die Menschen.

 

 

Foto: Frank Westermann, Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V

Erntefeste im Schaumburger Land

Ein Ernte(dank)fest ist in allen Kulturen und Religionsgemeinschaften dieser Welt bekannt. Das Brauchtum in den verschiedenen Regionen und Ländern ist unterschiedlich, eines aber ist überall gleich: Die Menschen bedanken sich für die Erde und die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln.

Der Dank der Menschen gilt Gott dem Schöpfer, den für Ernte und Fruchtbarkeit zuständigen Götter oder der Natur selbst. Mit dem Dank für die Ernte ist oft die Bitte um ein ertragreiches kommendes Jahr verbunden. Der Zeitpunkt des Festes richtet sich nach den klimatischen Bedingungen einer Region. So kann es sein, dass in einem Land mehrere Male im Jahr eine Ernte mit einem Erntefest gefeiert wird, oder aber wie bei uns nur einmal im Jahr. Zu diesem Anlass wurde schon zu Urgroßvaters Zeiten gerne gefeiert. Der als Erntebier bezeichneten Tanzbelustigung früherer Tage kam seinerzeit speziell wegen des in ihrem Rahmen von Gutsherren, Grundbesitzern oder Pächtern ausgeschenkten Freibiers ein besonderer Stellenwert im ländlichen Leben zu. Hierzu wurden im Schaumburger Land die „Achttourigen“ getanzt, die auch heute fester Bestandteil eines Erntefestes sind. Ebenso gehören in den meisten Ortschaften Umzüge mit geschmückten Erntewagen (Trecker-Gespanne) dazu.Erntekranz (oder Erntekrone).

Ein Erntekranz wird aus Stroh oder verschiedenen Getreidesorten gebunden und teilweise mit „Grün“ (z.B. Buchsbaum) oder Blumen ergänzt. Außerdem wird er mit Bändern geschmückt. Hierbei handelt es sich vielfach um Bänder der Trachtenröcke, die sich sonst am Rocksaum befinden. Die auf den Bändern der Erntekränze befestigten Spiegeln oder Silberkugeln sollen Böses abwenden. Früher wurde der Kranz im Haus aufgehängt und blieb dort bis zum nächsten Erntefest im kommenden Jahr hängen. Man erhoffte sich von ihm Schutz vor Krankheiten und Feuer. Der Erntekranz wird heute fast überall im Festzelt oder Saal hochgezogen und unter ihm getanzt.

Foto: Frank Westermann, Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V
Foto: Frank Westermann, Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V

Musik und Plattdeutsch im Schaumburger Land

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