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Pilgerweg: Steinhuder Meer und Lüneburger Heide von Steinhude nach Celle

· 1 Bewertung · Mountainbike-Strecken · Hannover und Umgebung
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Dirk Neubauer 
  • Mountainbike-tour in Hannover und Umgebung: Pilgerweg: Steinhuder Meer und Lüneburger Heide von ...
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    Video: Outdooractive
m 40 30 20 100 80 60 40 20 km
Mit dem Rad auf den Spuren von Jakobspilgern und über alte Handelswege von Meckenheim bis an die Ostsee.
schwer
Strecke 100,6 km
6:45 h
197 hm
200 hm
49 hm
26 hm
Wir folgen einem Nebenweg des Pilgerwegs Loccum-Volkenroda vom Steinhuder Meer zum Kloster Mariensee. Ab dort folgen wir dem Jakobusweg Lüneburger Heide bis nach Celle. Der Weg führt uns durch reizvolle und vielfältige Landschaften.

Autorentipp

Steinhuder Meer, Steinhude (Petruskirche, Windmühle Paula), Thomaskirche Großenheidorn, Wunstorfer Moor, Bonifatiuskirche Poggenhagen, Leine, Neustadt am Rübenberge (Schloss Landestrost, Liebfrauenkirche), Kloster Mariensee, Rittergut Evensen, Osdagkirche Mandelsloh, ehemalige Kalischächte Hope und Adolfsglück, Wieckenberg (Waldschmiedemuseum, Stechinellikapelle), Wietze (Michaelskirche, Erdölmuseum), Aller, Winsen (Johanniskirche, Kalandhof), Gut Holtau, Celle (Marienkirche, Bomann-Museum, Altes Rathaus, Herzogsschloss).

Es gibt unterwegs Versorgungsmöglichkeiten in Steinhude, Neustadt am Rübenberge, Lindwedel, Wietze, Winsen, an der Örtzebrücke und in Celle.

In Celle gibt es Hotels, Pensionen und eine Jugendherberge zum Übernachten.

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Mühle Paula (Steinhude), 49 m
Tiefster Punkt
Leine (Helstorf), 26 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 28,75%Schotterweg 16,86%Naturweg 37,39%Pfad 0,27%Straße 14,17%Unbekannt 2,53%
Asphalt
28,9 km
Schotterweg
17 km
Naturweg
37,6 km
Pfad
0,3 km
Straße
14,3 km
Unbekannt
2,5 km
Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa 45 km befestigt. Die restlichen 55 km sind unbefestigte Wald, Ufer- und Feldwege bzw. Pfade, teilweise sehr sandig.

Start

Steinhude, Petruskirche (39 m)
Koordinaten:
DD
52.455653, 9.356429
GMS
52°27'20.4"N 9°21'23.1"E
UTM
32U 524219 5811779
w3w 
///kommt.ölig.bekleidet
Auf Karte anzeigen

Ziel

Celle, Marienkirche

Wegbeschreibung

Bis zum Kloster Mariensee folge ich einem Nebenweg des Pilgerwegs Loccum-Volkenroda. Ich starte an der Petruskirche und rolle meiner Kartenroute entsprechend zum südlichen Ortsrand von Steinhude, Markierungen kann ich noch keine entdecken. Kurz vor Ende passiere ich die Trasse der Alten Meerbahn. Auf dieser führt heutzutage ein Radweg entlang. Ich schwenke ostwärts auf diesen Radweg ein und passiere kurz darauf die restaurierte Windmühle Paula. Hier passiere ich gleichzeitig meine heute höchste Stelle mit "sagenhaften" 49 m Höhe. Bis Celle erwartet mich tatsächlich laut Planung ein tellerflaches Profil.

Ich passiere mehrere Schulgelände, dann weiche ich von der Trasse ab. Am Siedlungscharakter linkerhand hat sich zwar nichts geändert, aber mittlerweile ist Steinhude in Großenheidorn übergegangen. Die Kirchturmspitze der dortigen Thomaskirche geriet in mein Blickfeld und daher der Schwenk. Markierungen habe ich zwar immer noch keine entdecken können, aber meine Kartenroute ist eindeutig. Ich rolle praktisch über den Hof der Pension Fehrmann-Kauke zu besagter Kirche. Auf die Pension werde ich durch eine farbenfroh bemalte gelb leuchtende Garagenwand aufmerksam. Hier wird durch kunstvoll ausgeführte Zeichnungen aus einem Wilhelm-Busch-Buch auf gemütliche Betten aufmerksam gemacht.

Die Kirche ist verschlossen, draußen finde ich aber ein violettes Transparent des Pilgerwegs vor und fühle mich auf meinem Weg bestätigt. Ich quere die Ortsdurchgangsstraße und fahre durch die Wiesen auf einen Wald zu, das Hohe Holz. Eine Straße führt mich durch eine Siedlung am Waldrand entlang. Diese führt jedoch wieder Richtung Steinhuder Meer, ich dagegen nehme den Schotterweg an der Nordseite des Waldes entlang. Endlich kann ich auch eine der raren Markierungen entdecken. Immer am Waldrand entlang geht es, schließlich auch auf altem Kopfsteinpflaster. Linkerhand befinden sich endlose grabendurchzogene Wiesen.

Schließlich gelange ich an eine größere Straße und folge dem begleitenden Radweg. Im Wald gegenüber befindet sich wohl der Fliegerhorst Wunstorf, den Schildern nach zu urteilen. Mit dem nächsten Weg biege ich schon wieder von der Straße ab und folge dem Asphalt nun nordwärts in die Moorwiesen. Bin ich hier auch sicher? Der Asphalt endet und bald folge ich nur einer Wegespur bis zu einem Wäldchen. An diesem entlang geht es nun wieder in östliche Richtung und schließlich hindurch. Es bleibt eine befahrbare Wegespur, ein Damm inmitten der vernässten Flächen.

Schließlich gelange ich nach Poggenhagen-Moordorf und rolle hier durch eine Anwohnerstraße. Ich quere die B 442 und folge weiter Anwohnerstraßen bis zur neumodischen Bonifatiuskirche. Diese finde ich aber auch verschlossen vor. Hinter dem Kirchengelände folge ich einem holprigen Wiesenweg in nördlicher Richtung, dabei passiere ich Moordorf praktisch am Ortsrand. Ich quere noch eine Straße, passiere ein kleines Wäldchen und habe dann eine Anwohnerstraße erreicht, mit der ich die rechterhand befindliche Bahnlinie unterquere.

Ich quere eine Durchgangsstraße und an einer Waldkante und einem Graben entlang geht es weiter in östlicher Richtung. Von der Landschaft her ist schon der nahe Fluss Leine zu erahnen. Sie wird jetzt für einige Kilometer meinen Weg bestimmen. Aber noch vor Erreichen des Flusses stoße ich auf einen Weg, der mich linkerhand zu einem Friedhof führt. Dahinter wende ich mich rechterhand und erreiche die Leine und ein halbwegs befahrbarer Weg führt mich nun kreuz und quer durch die Wiesen auf Neustadt am Rübenberge zu. Durch ein Wohngebiet gelange ich schließlich zum Schlosspark und linkerhand des Schlosses Landestrost zur Liebfrauenkirche und in die Altstadt. An einem Fachwerkhaus nahe der Kirche fällt mir auch das erste Storchennest des Tages auf. Die Lüneburger Heide soll ja ebenso wie die Elbeniederung im Norden Brandenburgs ein hervorragendes Siedlungsgebiet des Storchs sein.

In der Kirche finde ich keinen Stempel, rolle mein Rad daher gleich in die Fußgängerzone. Danach setze ich meinen Weg nordwärts durch die Altstadt fort. Bald rolle ich wieder durch eine Art Stadtpark und folge damit auch einer Radwegmarkierung. Eine direkt nordwärts führende Straße bringt mich dann bald aus der besiedelten Fläche hinaus. Ich unterquere die B 6 und entlang eines größeren Schulgeländes führt mich ein asphaltierter Wirtschaftsweg hinaus in die Felder. Für einige Kilometer fahre ich so in etwa parallel zu Landstraße und Leine.

Kurz vor dem nächsten Ort, Empede, erreiche ich eine Straße und durchquere jenen mit dieser. Schließlich treffe ich am Ende des Ortes auf eine Landstraße und halte mich auf einem Radweg an dieser entlang nordwärts. Rechterhand befindet sich die schlängelnde Leine, linkerhand das größere Waldgebiet der Klostertannen. Das nahe Ende des Klosterwegs kündigt sich an. Wenn es nicht immer diese spannenderen, weil unbefestigten Abschnitte durch Wald und vernässte Wiesen gäbe, wäre dies heute ein ziemlich trostloser Tag. Vielleicht ändert sich ja das Fehlen jeglicher Informationstafeln mit dem Jakobusweg. Nach einer Weile quere ich laut meiner Kartenroute die Straße und fahre auf einem Forstweg in den Wald. Dort finde ich bald wieder neben den nun häufigeren Radwegmarkierungen auch vorbildliche Pilgermarkierungen des Wegs vor.

Als ich schließlich aus dem Wald komme, habe ich Mariensee erreicht. Hier wende ich mich gleich rechterhand in die Siedlung und rolle schließlich auf einem kleinen Weg zum Gelände des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters. Das "Kloster Mariensee" ist seit 800 Jahren ein Ort geistlichen Lebens von Frauen. Etwa 1207 als Frauenkloster gegründet, wurde das Kloster nach der Reformation in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. Auch heute lebt ein Frauenkonvent im "Kloster Mariensee". Die schlichte, helle Klosterkirche, die aus der Gründungszeit erhalten geblieben ist, und das mächtige Geviert des Konventsgebäudes aus dem 18. Jahrhundert, die strenge Architektur des Kreuzgangs und die üppige Pracht der blühenden Gärten – Gegensätze, die von der wechselhaften Geschichte des "Klosters Mariensee" erzählen und gleichzeitig tiefe Ruhe atmen. Ich wandle durch die Klosterkirche und einige Gänge der anderen Gebäude, finde jedoch keinen Hinweis auf einen Stempel. Hier hätte ich nun den Pilgerweg Loccum-Volkenroda endgültig abgeschlossen.

Ich rolle vom Gelände hinaus auf die Ortsdurchgangsstraße und erblicke gegenüber am Pfahl einer Straßenlaterne tatsächlich eine Muschelmarkierung des Jakobuswegs der Lüneburger Heide. Ich folge der Straße nordwärts, nehme aber sogleich die nächste Straße rechts herein und am Friedhof des Ortes und diversen landwirtschaftlichen Hallen vorbei rolle ich auf einem Sträßchen hinaus in die Wiesen. Das Sträßchen entwickelt sich zum Land- bzw. Wiesenweg und am Beginn des nächsten Ortes, Wulfelade, erreiche ich die Landstraße wieder. Hier nehme ich aber auch gleich wieder die erste Straße rechts rein, auch hier fallen mir wieder diverse Storchennester auf den Schornsteinen der Häuser auf. Einige dieser sind auch reichlich besetzt. Die Straße führt mich aus dem Ort hinaus und bald befinde ich mich wieder auf einem Feld- und Wiesenweg, der mich nordwärts auf Evensen zuführt, zusätzlich mit Radwegzeichen markiert ist. In Evensen tangiere ich die Landstraße aber gar nicht erst. Ich rolle mit meinem Sträßchen durchs alte Dorf.

Linkerhand befindet sich das Rittergut, welches man unbedingt besuchen sollte. Das "Rittergut Evensen" stand einst in enger Beziehung mit dem "Königshof in Hannover". Das Haupthaus soll vom dortigen Thronfolger als Jagdschloss genutzt worden sein. Der noch erhaltene Park mit seinen Hainbuchenhecken ist im 17. Jahrhundert nach dem Vorbild der "Herrenhäuser Gärten" angelegt worden und wird auch als das "Klein-Herrenhausen im Neustädter Land" bezeichnet. Hier könnte man hochherrschaftlich, aber auch im Heuhotel übernachten, lese ich.

Ein schnurgerader Plattenweg führt mich nun direkt ostwärts hinaus zur Leine. Dann führt mich der Weg kreuz und quer durch die Wiesen nahe dem Fluss, hin und wieder habe ich direkte Sicht auf das träge dahinfließende Gewässer. Ich passiere noch ein paar alte Gehöfte, eine Ziegelei, und steuere dann auf Amedorf und Mandelsloh zu. Dort lande ich dann im alten Ortskern an der Osdagkirche. Dieser monumentale Backsteinbau ist geöffnet, drinnen bestaune ich die farbenfrohen und detailreichen Deckenmalereien, finde aber keinen Stempel. In einer der Glocken des Turms sollen sich Pilgerzeichen befinden. Mandelsloh selbst ist eine alte Gerichtsstätte aus dem 10. Jahrhundert.

Ich folge dem Sträßchen neben der Kirche und biege dann auf eine schmale Grasspur zwischen zwei Grundstückszäunen ab. Diese führt mich zu einem Feldweg und schließlich komme ich zur Landstraße, die mich über die Leine führt. Diese werde ich nun bald verlassen und die Wälder der Südheide erreichen. Ich rolle in Helstorf ein und halte mich gleich mit der ersten Straße links, verlasse bald den Ort und ein Feldweg führt mich nahe der Leine nordwärts. Schließlich gelange ich an eine T-Kreuzung und entferne mich nun vom Fluss, erreiche die Landstraße.

Nordwärts steuere ich auf Vesbeck zu, nehme aber zuvor eine abweichende Straße nach rechts, rolle dennoch durch den Ort und nehme die Nebenstraße nach Hope. Nach 3 km habe ich den Ort erreicht und folge nun der Straße nach Adolfsglück. Dies müssen den Namen nach mal Bergarbeitersiedlungen gewesen sein. Tafeln und Zeugnisse des ehemaligen Kalibergbaus geben mir dann in meiner Vermutung Recht. Am Anfang von Adolfsglück verlasse ich die Straße und befinde mich kurz darauf auf einem Landweg, der mich an Baumreihen entlang nach Lindwedel führt.

Ich folge der Straße zum Bahnhaltepunkt und in die Siedlung "Am Heiland" jenseits der Bahn. Ich folge der Durchgangsstraße durch die Siedlung und in der kommenden Rechtskurve der Straße folge ich einer Anwohnerstraße geradeaus, auch Radwegmarkierungen sind zu finden. Die Straße führt in den Wald und wird zu einem Fahrweg. Kurze Zeit später treffe ich auf eine in Ost-West-Richtung verlaufende breite Schneise. Auf dieser verläuft ein überbreiter sandiger Fahrweg. Ich folge diesem in Ostrichtung, quere gleich darauf noch eine Straße und dann geht es ewig nur geradeaus durch den eintönigen Kiefernwald.

Ich passiere auch mal Versorgungsgebäude, dann geht es über die A 7. Dieses riesige Waldgebiet wird sich noch bis Wieckenberg hinziehen, laut Plan über 10 km. Noch ist der viele Sand aber human und gestattet größtenteils ein vernünftiges Fahren. Diese Schneise scheint Leitungen zu beherbergen, das ganze Waldgebiet dient wohl der Wassergewinnung hier im Großraum Hannover. Irgendwann stoße ich dann auf eine quer verlaufende Schneise und folge dieser südwärts mit der Markierung. Kurze Zeit später geht es dann links in den Wald, jetzt mit einem normalen Forstweg, der keinerlei Versandung mehr aufweist. Nun hat das schnurgerade eintönige Fahren auch ein Ende, es geht mehr im Zick-zack durch den Wald, der mir dadurch gleich viel grüner, saftiger erscheint.

Dann gelange ich erneut an eine breite Schneise, welche in Nord-Süd-Richtung durch den unendlichen Wald verläuft. Die Markierung weist geradeaus in direkter Richtung nach Wieckenberg. Ich habe jedoch einen interessanten Abstecher eingeplant und wende mich daher auf der Schneise südwärts. Bald fahre ich auf alten Platten und der Weg führt aus dem Wald heraus über herrliche Wiesen auf eine Landstraße zu. Neben dieser verläuft ein Radweg auf alten Platten, den ich nehme. Kurz darauf habe ich das Objekt dieses Abstechers erreicht, eine historische Waldschmiede. Aber es ist hier wirklich nichts Großartiges zu entdecken. Im Prinzip ist es ein kleineres abgezäuntes baumbestandenes Areal mit einigen Schuppen und diversen steinernen Feuerstellen. Hier soll die mittelalterliche Verhüttung von Raseneisenstein zu Eisen gezeigt werden.

Der Radweg neben der Straße bringt mich nun ins 3 km entfernte Wieckenberg. Dabei genieße ich noch die weite Sicht über die Wiesen beidseits der Straße, viele Pferde grasen hier. Im Ort biege ich dann gleich mal rechterhand ab und erreiche an einem alten Dorfplatz die Stechinellikapelle. Diese wird so genannt, da sie von "Francesco Maria Capellini", genannt "Stechinelli", entworfen wurde. Es ist wirklich ein ansehnliches größeres barockes Gotteshaus und definitiv einen Abstecher wert. Denn bisher habe ich den Verlauf des originalen Jakobswegs noch nicht wieder erreicht. Die Kapelle ist jedoch mit einem Schild als "Kirche am Jakobusweg Lüneburger Heide" tituliert. Ich finde auch einen schönen Pilgerstempel mit dem Heiligen Michael vor, den ersten am heutigen Tage.

Ich fahre nun durch den alten Ort, quere die Ortsdurchgangsstraße und folge einer Anwohnerstraße nordwärts durch eine Siedlung schließlich erneut in den Wald, nun wieder auf der Originalroute mit Markierungen. Diesmal ist es jedoch nur ein kurzes Stück durch den Wald, dann gelange ich in den nächsten Ort, das schöne Wietze. Hier folge ich meiner Kartenroute im Zick-Zack durch die Siedlung vor zur Durchgangsstraße, der B 214, und der Michaelskirche. Der Bundesstraße folge ich westwärts und biege dann ab zum Friedhof des Ortes. Das Sträßchen bringt mich über die Wietze, einen Flusslauf, den ich schon zuvor mehrfach in den Wiesen südlich Wieckenbergs überquert hatte.

Nun führt mich mein Weg weiter westwärts über eine Straße in eine Werkssiedlung. Ich passiere das Deutsche Erdölmuseum, wofür der Ort bekannt ist. Wietze ist Wiege und Ursprung der deutschen Erdölförderung. Ein alter Förderturm ist hinter den Gebäuden auf dem Gelände zu sehen. Von den Informationstafeln lerne ich, dass bereits im 17. Jahrhundert der "Satansspeck" von den hiesigen Bauern als Schmiermittel verkauft wurde. Ich folge dem Sträßchen durch die Siedlung weiter, bis ich am Ende in den Wiesen an der Aller auf einen sandigen Radweg treffe. Hier führt der markierte Allerradweg entlang. Dieser Fluss wird zumindest eine Weile nun meine Tour bestimmen.

Ein gutes Fahren beginnt, denn als Radweg ist der Weg nicht zu sandig, so dass ich gut vorankomme, immer mit Blick in die linkerhand liegenden Wiesen am Fluss. Der Weg selbst führt durch einen überaus schattigen Wald. Auch als ich das Wäldchen schließlich verlasse, ist der Weg immer umsäumt von Bäumen, Büschen und Hecken. Dann führt linkerhand ein Weg zur Aller, dem ich folge und hier zur Schleuse Bannetze komme. Von diesem imposanten Bauwerk schieße ich ein Foto, dann kehre ich zurück zum Allerradweg. Ich habe nun nicht immer Sicht zur Aller, umgehe jedoch trotzdem in großem Bogen Hornbostel, welches auch vom Fluss umgangen wird.

Schließlich treffe ich nach mehreren Abzweigen, wo ich immer der Markierung folgte, auf den Campingplatz Wacholderpark. Dieser befindet sich jetzt zwischen mir und dem Fluss. Ich wende mich südwärts immer am Campingplatz entlang und habe bald wieder den Fluss im Blick und gegenüber eine Siedlung. Vermutlich ist das eine Fortsetzung des Campingplatzes oder sogar die ersten Anzeichen von Winsen, des nächstgrößeren Ortes auf meiner Route. Schließlich erreiche ich eine Landstraße, die von Hornbostel nach Winsen führt, folge dieser kurz und schlage mich dann wieder linkerhand in den Wald. Aber kurz darauf habe ich den Luftkurort und die Landstraße wieder erreicht. Auf einer Brücke überquere ich den Fluss und rolle in das Städtchen ein.

Ich halte mich gleich linkerhand der Durchgangsstraße, passiere die Johanneskirche und folge so immer meiner Kartenroute. Die Kirche ist der historische Mittelpunkt der Ortschaft, sie ist offen, aber einen Stempel finde ich nicht. Ich überquere noch eine größere Straße, fahre weiter ostwärts durch die weiträumige Siedlung und stoße auf den Museumshof, den Kalandhof, der heute jedoch geschlossen ist. Der Museumshof ist im Prinzip von hier gesehen ein größeres Areal mit diversen landwirtschaftlichen Gebäuden. Hier soll der Eindruck über die Lebensweise der ländlichen Bevölkerung in früheren Zeiten gegeben werden.

Kurz darauf verlasse ich Winsen auch schon und fahre auf einem sandigen Weg in die offene Heidelandschaft. Nach einer ganzen Weile stoße ich dann auf eine Schneise, auf welcher mein Weg nun südwärts verläuft. Ich stoße schließlich auf die Landstraße Richtung Celle. Mit dem begleitenden Radweg überquere ich die Örtze und halte mich dahinter gleich wieder von der Straße abweichend rechterhand in den Wald hinein. Der Weg lässt sich gut fahren, größtenteils bin ich am Waldrand unterwegs, treffe an einem alten, verlassen wirkenden Hof auf eine Kreuzung und halte mich dann auf Kopfsteinpflaster in den nächsten Ort hinein, Stedden.

Ich setze meinen Weg fort, am Ende des Ortes schließt sich ein Weg am Waldrand entlang an, rechterhand liegen die Wiesen nahe der Aller. Hin und wieder taucht eine Muschelmarkierung auf neben den örtlichen Markierungen von vermutlichen Reitwegen. Der Weg wird sandiger und stellenweise muss ich leider vom Rad und anfangen zu schieben. Schließlich weist die Markierung auf einen Weg in den Wald hinein, Fahren ist definitiv nicht mehr möglich. Ich erreiche das Gut Holtau, der Weg führt lediglich am Gut vorbei und wieder auf unwegsamem Gelände in den Wald hinein. Vermutlich sind die Wiesen an der Aller alle dem Gute angehörig und daher musste der Weg hier diesen Schlenker vollziehen, der mich beinahe wieder an die Landstraße geführt hätte.

Ich kämpfe mich also mehr schlecht als recht durch die sandige Heide, bis ich irgendwann auf einen breiteren Weg treffe, der mich südwärts an die Aller heranführt. Die Landschaft ist richtig idyllisch. Am Waldrand entlang neben den Pferdeweiden an der Aller entlang rolle ich nun also auf Celle zu, diese niedersächsische Residenz- und Fachwerkstadt. Dann habe ich auch schon den Vorort Boye erreicht. Ich rolle durch den alten Ortskern bestehend aus Jahrhunderte alten Bauerngehöften. Am Rande einer Neubausiedlung biegt mein Weg dann nochmals südwärts ab einem Bogen der Aller folgend. Wunderschön führt der Weg bald wieder entlang der Allerwiesen, die nahe Stadt lässt sich schon an den vielen Einzweigungen von Spazierwegen mit entsprechender Markierung erahnen.

Bald unterquere ich eine größere Brücke, die wohl eine wichtige Verbindungsstraße über die Aller führt. Celle entstand am Rande der Südheide als Furt-, Fähr- und Brückenort, was ich anhand des gewundenen Verlaufs des Flusses gut nachvollziehen kann. Hier kreuzten sich die Verkehrswege von Lübeck und Hamburg nach Hannover mit der Verbindung Braunschweig-Bremen. Der Weg vollzieht auch noch einen ausgeprägten Allerbogen, dann führt er bald wieder nordwärts am Rande eines Wäldchens entlang. Es geht nun bald am Rande einer Siedlung entlang, ich achte nur noch auf die Radwegmarkierungen des Allerradwegs und grob auf meine Kartenroute.

An der Eisenbahnbrücke quere ich dann die Aller, denn die Celler Altstadt liegt südlich des Flusses. Nun passiere ich einen Kreisverkehr und fahre entlang einer Parkanlage Richtung Herzogsschloss. Der Jakobsweg selbst verläuft wohl direkt durch die Parkanlagen rechterhand meiner Straße. Gegenüber verläuft auch eine verkehrsreiche Straße. Ich entere den Fußweg. Nachdem ich noch eine größere Straße überquert habe, biege ich linkerhand in den Schlosspark ab und stiefele hinauf zur hell leuchtenden Residenz der Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg. Durch den Schlossparkt watscheln die Gänse. Heute sind im Schloss ein Museum, ein Theater und diverse Behörden untergebracht. Gegenüber beginnt die Innenstadt mit der dreischiffigen gotischen Marienkirche.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Anfahrt

A 2 Abfahrt Wunstorf-Luthe, dann B 441 nach Hagenburg und Straße nach Steinhude.

Parken

diverse Parkplätze im Ort.

Koordinaten

DD
52.455653, 9.356429
GMS
52°27'20.4"N 9°21'23.1"E
UTM
32U 524219 5811779
w3w 
///kommt.ölig.bekleidet
Auf Karte anzeigen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

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Bewertungen

5,0
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Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
100,6 km
Dauer
6:45 h
Aufstieg
197 hm
Abstieg
200 hm
Höchster Punkt
49 hm
Tiefster Punkt
26 hm
aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch botanische Highlights geologische Highlights Von A nach B

Statistik

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