Kaiser-Wilhelm Denkmal

Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica

"Portal für Westfalen - mit Panoramablick"

"Es ging nicht darum, dem Kaiser zu alter Herrlichkeit zu verhelfen. Das wollte sein Enkel Wilhelm II. Wir wollen zwei Dinge: erstens das Denkmal historisch einordnen und zweitens Touristen in die Region ziehen", so der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, am Montag (2.7.) bei einem Pressetermin am zweitgrößten Denkmal Deutschlands.

Portal für Westfalen "Man sollte die Besucher nicht mit dem Pathos dieses Denkmals alleinlassen", so Löb weiter. "Im neuen Besucherzentrum erzählen wir deshalb die ganze Geschichte: von den Römern in Germanien über Preußens Pomp bis zum Elend der Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges in den Stollen direkt unter dem Monument. Hier öffnet sich also nicht nur geologisch das Tor zu Westfalen, sondern auch geschichtlich. Und das Ganze gekrönt durch einen überwältigenden Blick - ein Portal mit Panoramablick."

Der LWL als Eigentümer hatte 2015 beschlossen, mit der notwendigen Sanierung das Denkmal durch ein Restaurant und ein Besucherzentrum aufzuwerten. Der jetzt realisierte Wettbewerbsentwurf stammt vom Architekten Peter Bastian aus Münster. Eine Jury hatte seinen Entwurf 2014 einstimmig als besten ausgewählt. "Der preisgekrönte Entwurf macht deutlich, wie moderne Architektur und Denkmalschutz unter Würdigung der Geschichte vereint werden können", hieß es damals zur Begründung. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist Bestandteil der "Straße der Monumente" (sieben Denkmäler in Deutschland, darunter das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig).

Ab 9. Juli warten an der Porta Westfalica das neue Restaurant in der Ringterrasse ("Wilhelm 1896") und das "LWL-Besucherzentrum" auf geschätzt über 150.000 Besucher pro Jahr. Das LWL-Besucherzentrum Das LWL-Besucherzentrum liefert Informationen zum Denkmal und Einblicke in die wechselvolle Vergangenheit des Wittekindsberges. "Hier am Berg können Sie 2.000 Jahre Geschichte auf 2.000 Metern erwandern", so Löb. Wer sich immer schon gefragt hat, warum auf dem Berg ein solches begehbares Denkmal gebaut wurde, findet ebenso eine Antwort auf seine Frage wie derjenige, der wissen möchte, warum dort zahlreiche archäologische Fundstätten zu entdecken sind. Historiker, Archäologinnen, Naturschützer und Heimatpflegerinnen haben für die Stationen im Besucherzentrum die Geschichte zusammengetragen. Die sechs Stationen informieren mit Illustrationen, Animationen, Fotografien, kurzen Texten und interaktiven Sequenzen über die Natur- und Kulturgeschichte der Porta.

Im Eingangsbereich befinden sich die "Kaiserlichen Aussichten", eine Bilderwand mit rund 40 Erinnerungsfotos von Besuchern aus verschiedenen Jahrzehnten. Das "Rondell" widmet sich dem Denkmal aus den Perspektiven "Kaiser" (Wilhelm I. und II.), "Denkmal" und "Publikum". Die Stationen "Panoramawand", "Geomodell" und "Denkmal heute" fassen rund 70 Einzelthemen zur Kultur- und Naturgeschichte der Porta Westfalica zusammen. Großanimationen greifen die Themen Geologie, Natur, Wirtschaft, Verkehr und Siedlung auf. Darüber hinaus führt ein Kurzfilm an der Kinostation in die Geschichte des Denkmals ein.

Das Besucherzentrum bietet außerdem eine weite Aussicht durch die verglasten Fensterbögen der Ringmauer. Treten die Besucher aus dem Gebäude heraus, können sie auf der wieder errichteten Ringterrasse den Blick über das Wiehengebirge und die Weser genießen.

Informationen zum Kaiser-Wilhelm Denkmal.